20.08.2015

STUTTGART · HOCHZEIT-NEWS & -TIPPS

Freie Trauung ganz heiss

Hochzeitsrednerin Christa Fischer aus Stuttgart berichtet

In den letzten Jahren hat sich neben der standesamtlichen Trauung und der kirchlichen Zeremonie die FREIE TRAUUNG immer mehr etabliert. Die freie Trauung, die an keine Konfession gebunden ist, kann ergänzend zur standesamtlichen Trauung stattfinden. Unterstützung finden interessierte Brautpaare bei freien Theologen oder freien Rednern, die die Fähigkeit besitzen, sich auf die Vorstellungen und Erwartungen des jeweiligen Paares einzulassen und die mit viel Feingefühl, Humor, rethorischer Rafinesse und liebevollen Ritualen die Trauung durchführen. Doch viele Paare wissen immer noch nicht so richtig, was sie sich unter einer Freien Trauzeremonie eigentlich vorstellen können und wie diese abläuft.

Wir haben dazu die Hochzeitsrednerin Dr. Christa Fischer aus Stuttgart befragt und sie gebeten, uns doch mal von einer ihrer Freien Trauzeremonien zu brichten:


"Dieser 18. Juli hatte es in sich: Sabrina und Stefan wurden mittags beim Herauskommen aus dem Standesamt noch von einigen warmen Regentropfen empfangen und es stand zu befürchten, dass die Freie Trauzeremonie, die für 17.00 Uhr auf einer großen Wiese unmittelbar neben der Alten Wache in Ostfildern geplant war, wegen Dauerregen oder Gewitter ins Innere des Lokals verlegt werden müsste. Dann aber kam rechtzeitig die Sonne zurück, eroberte den makellos blauen Himmel und verwandelte das Festareal in eine Szenerie, die an Toskanische Landschaften denken ließ. Zypressen und der weite Blick in die schwäbische Hochebene, feierliche Ruhe mit tollem Blick ins Land - das hatte ich so nicht erwartet, hatte es so noch nie erlebt bei bisherigen Trauungen.

Alle Blicke waren nun aber dorthin gerichtet, wo Sabrina und Stefan auftauchten: Zum rückseitigen Terrassenbereich der Alten Wache, die an diesem Tag allein dieser Festgesellschaft gehörte.

Das Paar hatte sich dafür entschieden, dass nicht der Vater die Braut nach vorn geleiten sollte, sondern sie beide Hand in Hand hereinschreiten wollten.
Alle Gäste waren aufgestanden - dieses wunderschöne Paar wollte man so nah wie möglich sehen. Auch von Sabrinas Fußverletzung (Volleyball!) war nichts mehr zu bemerken, während sie nun, begleitet von Michael Bublés 'Crazy Love', näher kamen. Dass Sabrina immer strahlt und mit ihrer Fröhlichkeit ansteckt, passte wunderbar zu diesem strahlenden Hochsommertag!

Da ich als ihre Traurednerin die beiden durch ein Kennenlerngespräch und etliche Telefonate schon ein wenig kannte, fiel ihre Anspannung spürbar ab, als wir uns anlachten und ich sie zum Setzen aufforderte. Sie hielten sich noch immer bei den Händen. Ich begrüßte die vielen Gäste - inbesondere die weit angereisten Angehörigen der Braut - und natürlich die Trauzeugen.

Stefan und Sabrina kennen sich schon seit November 2006. Endlich, vor zwei Jahren, dann die gemeinsame Wohnung in Stuttgart. Von Entzauberung, da sie nun doch schon einige Zeit zusammen wohnen und den Alltag miteinander erleben, ist bei den beiden nichts zu spüren!

Nachdem ich während der Trauzeremonie ein bisschen über die Zeit ihres Kennenlernens, von der herzlichen, sehr aufgeschlossenen Aufnahme bei den "Schwiegereltern" und ihrem Zusammenleben geplaudert habe, kommen die beiden nach vorn und sprechen mit sehr persönlichen Worten aus, was sie für den anderen empfinden und warum für sie nichts anderes vorstellbar ist, als für immer bei ihm zu bleiben.

An dieser Stelle kann ich von meiner Position aus gut sehen, dass beider Eltern, besonders die Mütter, feuchte Augen haben. Nach Taschentüchern müssen sie aber erst greifen, als Stefan seine Sabrina in die Arme nimmt, um sie für den nächsten, wichtigsten Moment noch einmal zu stärken: Denn nun gilt es, das Ja - ich will! auszusprechen - es sind drei kurze, aber so entscheidende Worte.

Auch die Trauzeugen formulieren auf meine Bitte hin ein lautes, deutliches JA . Es ist das Bekenntnis, dass die bisherige Freundschaft nun weiter wachsen muss, weil man als Trauzeuge wach und in der Nähe sein sollte, wenn die liebsten Freunde Hilfe oder ein Gespräch mit kräftigen, ehrlichen Worten brauchen. Nach Sabrinas und Stefans Kuss lauschen wir alle dem Song, den Simon für seine Freunde vorbereitet hat und zu dem er sich mit dem Keyboard begleitet. Er hat das Jackett abgelegt und mit diesem Liebeslied - an diesem Ort und in diesem magischen Moment - wird auch uns allen noch heißer als es schon ist!

Dann bitte ich die Eltern nach vorn - vier liebenswerte Menschen, die immer da waren für Sabrina und Stefan - tolerant, feinfühlig und hilfsbereit zur Stelle, wenn das eigene Kind oder der von ihm gewählte Liebesmensch einen Rat, ein Gespräch oder praktische Hilfe brauchte. Sie nehmen die beiden nun in die Arme und begleiten sie auf den ersten Metern, die zwar nur hinüber zum Sektempfang auf der Terrasse führen, aber auch den Anfang des Weges markieren, den Sabrina und Stefan nun als junges Ehepaar vor sich haben.

Die Gratulationen der Gäste, Überraschungen, kleine Einlagen lieber Freunde und eine bis in die Morgenstunden dauernde heitere Feier folgten. Dieser 18. Juli blieb ein heißer, wundervoller Tag und ich danke dem lieben Brautpaar Sabrina und Stefan, dass ich sie ein Stück ihres Weges begleiten durfte."

Wir danken Dr. Christa Fischer herzlich für diese ausführliche Schilderung! Weitere Informationen zu ihr als Hochzeitsrednerin, ihrem Angebot und ihre kompletten Kontaktdaten findet ihr hier in eurem Hochzeitsportal.


(Fotos: Christa Fischer und Brautpaar)